„Beginnt ihr rechtzeitig zu lernen?“ Mit dieser scheinbar einfachen Frage brachte Benjamin Wolf vom Mobilen Sonderpädagogischen Dienst die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen des Einzelhandels, des Großhandels sowie der Berufseinstiegsklassen der Kaufmännischen Berufsschule Deggendorf schnell zum Nachdenken.
Im Workshop „Lernen lernen!“, organisiert von Lehrkraft Stefanie Zimpel, stand nicht der Lernstoff selbst, sondern die Frage im Mittelpunkt, wie erfolgreiches Lernen gelingen kann. Viele Jugendliche kennen die Situation: Stundenlang wird gelernt, doch in der Prüfung kann das Wissen nicht wie gewünscht abgerufen werden. „Oft liegt das nicht daran, dass zu wenig gelernt wurde, sondern daran, dass falsch gelernt wurde“, erklärte Wolf. Gemeinsam analysierten die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Lerngewohnheiten und reflektierten, welche Faktoren ihren Lernerfolg beeinflussen.
Besonders lebhaft wurde die Diskussion bei der Frage nach den größten Ablenkungen. Neben Geschwistern und anderen Störfaktoren fiel vor allem ein Begriff immer wieder: das Handy. Für Wolf steht fest, dass das Smartphone heute zu den häufigsten Ablenkungsquellen beim Lernen zählt.
Doch wie sieht eine optimale Lernumgebung aus? Die Jugendlichen sammelten gemeinsam Ideen und kamen zu einem klaren Ergebnis: Ein aufgeräumter Schreibtisch, möglichst wenig Ablenkung, frische Luft und ein Glas Wasser schaffen gute Voraussetzungen für konzentriertes Arbeiten. Ebenso wichtig ist ein realistischer Zeitplan. Wolf betonte, dass frühzeitiges Lernen in kleinen Einheiten deutlich nachhaltiger sei als ein Lernmarathon kurz vor der Schulaufgabe.
Großes Interesse weckte auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) als Lernhilfe. So können Schülerinnen und Schüler mithilfe von KI beispielsweise Kontrollfragen zu Arbeitsblättern erstellen oder sich zur Vorbereitung auf einen Leistungsnachweis individuelle Übungsaufgaben generieren lassen. Entscheidend sei jedoch, digitale Hilfsmittel sinnvoll einzusetzen und das eigenständige Lernen nicht aus den Augen zu verlieren.
Im Zentrum des Workshops standen die fünf Bausteine erfolgreichen Lernens:
- Motivation
- Lerninhalt
- Lernumgebung
- Zeitplan
- Lernstrategie
Diese „fünf Finger des Lernens“ geben Orientierung und helfen dabei, das eigene Lernen bewusst zu planen und nachhaltig erfolgreich zu gestalten.
Die Veranstaltung vermittelte den Schülerinnen und Schülern zahlreiche alltagstaugliche Methoden und zeigte, dass Lernerfolg kein Zufall ist. Mit den richtigen Strategien, einer guten Planung und dem Bewusstsein für die eigenen Lerngewohnheiten kann aus Prüfungsstress echte Lernsicherheit werden.