Betriebspraktikum in Irland

15 Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe der Staatlichen Wirtschaftsschule Deggendorf haben bewiesen: Ein Praktikum kann deutlich mehr sein als Unterlagen kopieren, Aktenordner sortieren oder Kaffee kochen. Gemeinsam mit den begleitenden Lehrkräften Reinhold Altmann und Theresa Kaschner wagten sie vom 19. April bis 2. Mai 2026 den Sprung ins Betriebspraktikum nach Dublin – ermöglicht durch das EU-Förderprogramm Erasmus+.

Gastfamilie und mehr

Kaum gelandet, wurden die Schülerinnen und Schüler in Gastfamilien untergebracht und bekamen sofort die irische Herzlichkeit zu spüren. Die erste echte Herausforderung ließ jedoch nicht lange auf sich warten: Wie kommt man mit dem Linienbus oder der Straßenbahn vom Wohnort zum Praktikumsplatz – und das in einer Stadt, in der Linksverkehr herrscht?

Die zweite Herausforderung war sprachlicher Natur. Englisch als Alltagssprache mit bayerischem Akzent? Kein Problem! Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer meisterten auch diese Situation mit einer Selbstverständlichkeit, die so manchen Dubliner beeindruckte.

SPAR-Einsatz mit jeder Menge Charme

Gearbeitet wurde von Montag bis Freitag in der Regel von 10:00 bis 16:00 Uhr. Mit großem Einsatz räumten die Schülerinnen und Schüler Regale nach dem sogenannten „Face-off“-Prinzip ein, scannten Waren an der Kasse, betreuten Kundinnen und Kunden an der Imbissecke oder perfektionierten ihre Barista-Fähigkeiten.

Alle Filialleiter zeigten sich rundum begeistert und lobten die freundliche sowie kollegiale Art ihrer temporären Verstärkung. Manche hätten die jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am liebsten dauerhaft übernommen, um die Kundschaft weiterhin mit Humor und bayerischem Charme bedienen zu können.

Feierabend: Sightseeing, Streetfood und Pub-Kultur

Nach den Arbeitstagen zog es die Gruppe fast täglich in die Innenstadt, um Dublins Sehenswürdigkeiten und Einkaufsstraßen zu erkunden. Auch Besuche bei „landestypischen“ Fast-Food-Ketten wie KFC, McDonald’s oder Burger King standen auf dem Programm.

Selbst das eine oder andere Pub wurde unter Begleitung der Lehrkräfte einer gründlichen Qualitätsprüfung unterzogen. Kurz gesagt: gelebte Feierabend-Kulturforschung mit besonders hohem Praxisanteil.

Wochenende: Kultur, Küste und knifflige Rätsel

Das Wochenende bot zahlreiche weitere Höhepunkte. Am Samstag besuchte die Gruppe zunächst das Illusion Museum Dublin – kurzweilig, schwindelerregend und ideal für kreative Fotos. Nach einer Stärkung mit klassischem Fish ’n’ Chips führte der Weg weiter nach Howth, einem malerischen Küstenort vor den Toren Dublins.

Dort erwarteten die Schülerinnen und Schüler ein Strand bei Ebbe, ein Jachthafen, ein Leuchtturm und als ungeplantes Highlight sogar eine Robbe, die es sich zwischen den Booten gemütlich gemacht hatte. Den krönenden Abschluss bildete der Cliff Walk – ein spektakulärer Pfad entlang schroffer Klippen mit beeindruckendem Meerblick.

Auch der Sonntag hielt besondere Erlebnisse bereit. Im EPIC Museum wurde die Geschichte der irischen Auswanderung durch digitale Spiele, Videos und interaktive Stationen lebendig vermittelt. Die Ausstellung bot einen emotionalen und eindrucksvollen Einblick in ein Kapitel, das Millionen irische Familien geprägt hat.

Nach dem Mittagessen verwandelte sich Dublin in eine große Rätselstadt: Beim Treasure Hunt mussten versteckte Hinweise entdeckt und knifflige Aufgaben in englischer Sprache gelöst werden. Anschließend ging es direkt weiter in den Escape Room, wo unter Zeitdruck Hinweise kombiniert, Codes geknackt und Auswege gefunden werden mussten – natürlich ebenfalls auf Englisch. Am Ende schafften es alle Teams rechtzeitig nach draußen.

Dublin – wir waren gerne da

Nach zwei Wochen voller Arbeitseinsatz, Stadtabenteuer und unvergesslicher Eindrücke ging es für alle wieder wohlbehalten zurück nach München. Klar ist jedoch: Dieses Erasmus+-Praktikum in Dublin war weit mehr als nur ein kurzer Einblick in die irische Arbeitswelt – es war ein echtes Abenteuer.

Viele Schülerinnen und Schüler sind in dieser Zeit über sich hinausgewachsen: im Arbeitsalltag, beim Entdecken einer neuen Stadt und im selbstbewussten Umgang mit der englischen Sprache.

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