„Ich sitze im Flur mit dem Rücken an der kühlen Wand und warte, bis es losgeht. Es ist Tag eins von drei. Aufnahmeprüfung für die Wirtschaftsschule – offiziell ‚Probeunterricht‘, inoffiziell mein persönlicher Stresstest. Ich habe zwei Bleistifte angespitzt, einen Glückstaler in der Hosentasche und die Stimmen meiner Eltern im Kopf: ‚Viel Glück. Das schaffst du.‘“
Kurz darauf betrete ich den Prüfungsraum. Ich setze mich und erhalte meine Unterlagen. Ich darf wählen: Bericht oder Erzählung.
Am nächsten Tag komme ich wieder, setze mich erneut und erhalte meine Aufgaben. Ich muss Fragen zu einem Text beantworten, anschließend Satzglieder markieren, Zeiten bestimmen und weitere Aufgaben zur Sprachbetrachtung lösen. Am Ende gebe ich meine Arbeit ab.
Am dritten Tag komme ich wieder – diesmal zur mündlichen Prüfung in Deutsch. Ein kurzer Text, laut lesen, danach Fragen beantworten. Ich höre meine Stimme, etwas höher als sonst, und versuche, Pausen zu setzen, die mehr bedeuten als nur Luft holen. Die prüfende Lehrkraft lächelt, wenn ich passende Beispiele finde, und nickt knapp, wenn ich auf den Punkt komme. Als ich den Raum verlasse, habe ich das Gefühl, einen Faden durch ein Nadelöhr geführt zu haben, ohne zu blinzeln.
Genau so oder so ähnlich mag es im Inneren eines Prüflings ausgesehen haben. Unter der Leitung von StDin Michaela Rogler-Frankenhuizen und StD Stefan Himmel unterzogen sich insgesamt acht Schülerinnen und Schüler den wichtigen Prüfungen für die Jahrgangsstufen 6 und 7 in den Bereichen Aufsatz, Textverständnis und Sprachbetrachtung sowie Zahlenrechnen und Textrechnen.
Im Anschluss an die schriftlichen Prüfungen folgten in den Fächern Deutsch und Mathematik die mündlichen Prüfungen. Danach begann das Warten auf den entscheidenden Satz: „Du hast es geschafft. Du bist an unserer Wirtschaftsschule aufgenommen.“
Der Probeunterricht stellte einen wichtigen Schritt im Aufnahmeverfahren dar und bot allen Teilnehmenden die Gelegenheit, ihre Eignung für die Wirtschaftsschule unter Beweis zu stellen.
(M. Rogler-Frankenhuizen)