Seit dem Schuljahr 2024/2025 gehört die Staatliche Wirtschaftsschule Deggendorf zu den wenigen ausgewählten Schulen in Bayern, die am Schulversuch „QmBO – Qualitätsmanagement Berufliche Orientierung an weiterführenden Schulen“ mitwirken. Ziel des Projekts ist es, die Berufliche Orientierung als fächerübergreifendes Bildungs- und Erziehungsziel zu stärken, die Qualität der schulinternen Maßnahmen zu verbessern und die Berufliche Orientierung fest im Schulentwicklungsprozess zu verankern. Getragen wird der Schulversuch vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus gemeinsam mit dem Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) sowie der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.
Nach zwei Projektjahren wurden am 17. Juni 2026 im Haus der Bayerischen Wirtschaft in München erste Zwischenergebnisse vorgestellt. Kultusministerin Anna Stolz würdigte den Schulversuch in einem Grußwort als Beispiel dafür, „wie Schule und Berufspraxis für beide Seiten gewinnbringend zusammenarbeiten“. Die Berufliche Orientierung sei für Schülerinnen und Schüler „ein Wegweiser, der verborgene Talente sichtbar macht und nachhaltig fördert“. QmBO setze wichtige Impulse, um die Berufliche Orientierung systematisch, nachhaltig und innovativ weiterzuentwickeln.
Auch Martin Wunsch, Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, hob die Bedeutung des Projekts hervor. Berufliche Orientierung sei eine zentrale Aufgabe der Schulen. Schülerinnen und Schüler sollten ihre Interessen und Fähigkeiten erkennen, die Vielfalt beruflicher Möglichkeiten kennenlernen und diese mit den Anforderungen verschiedener Berufe abgleichen. Besonders betonte er die Verbindung von Qualitätsmanagement und Wirkungsorientierung, mit der Bayern bundesweit eine Vorreiterrolle einnehme.
Aus Sicht der Wirtschaft unterstrich Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw, den doppelten Nutzen des Projekts. Die Angebote zur Beruflichen Orientierung unterstützten Jugendliche dabei, ihre Stärken frühzeitig zu erkennen und passende berufliche Perspektiven zu entwickeln. Gleichzeitig profitierten Unternehmen von einer gezielten Fachkräftesicherung. Die bis Juli 2027 laufende Projektphase mit wissenschaftlicher Evaluation soll dazu beitragen, die entwickelten Qualitätsstandards dauerhaft an den Schulen zu verankern.
Für die Staatliche Wirtschaftsschule Deggendorf bedeutet die Teilnahme am Schulversuch, dass die bewährten Bausteine der Beruflichen Orientierung – von der Beratung der Vorabschlussklassen über Betriebskontakte und Praktika bis hin zu Bewerbungstrainings und Unterrichtsangeboten – nicht nur fortgeführt, sondern systematisch überprüft und weiterentwickelt werden. Die Arbeit knüpft dabei unmittelbar an das bestehende Qualitätsmanagement der Schule (QmbS) an. Ziele werden klar formuliert, Maßnahmen dokumentiert und deren Ergebnisse regelmäßig ausgewertet.
Mit Beginn des Schuljahres 2026/2027 rückt die Wirkung der einzelnen Maßnahmen noch stärker in den Mittelpunkt. Unter wissenschaftlicher Begleitung entwickeln und erproben die beteiligten Modellschulen Evaluationsinstrumente, die Aufschluss darüber geben, wie nachhaltig die Maßnahmen die Berufswahlkompetenz der Schülerinnen und Schüler stärken und ob die gesetzten Ziele erreicht werden. Der Schulversuch läuft bis Juli 2027.
Für die Schülerinnen und Schüler steht dabei stets das Wichtigste im Mittelpunkt: Sie sollen ihren individuellen beruflichen Weg finden – gut informiert, realistisch eingeschätzt und begleitet von einer Schule, die Berufliche Orientierung systematisch und nachhaltig gestaltet.
Von: OStR Michael Gleißner