Besuch des Hospizvereins – Einblick in eine besondere Arbeit

Am 10. Juni 2026 bekamen die Schülerinnen und Schüler im Ethikunterricht Besuch von Frau Falter-Wilhelmy, der Koordinatorin des Hospizvereins Deggendorf e.;V., sowie von Frau Dr. Seppi, die als Palliativärztin für PalliDONIS tätig ist.

Im Rahmen des Unterrichtsthemas „Sterben und Tod“ hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, mehr über die Hospizarbeit und die Begleitung schwerkranker Menschen zu erfahren. In einer offenen Gesprächsrunde beantworteten die beiden Expertinnen zahlreiche Fragen zu ihrer Tätigkeit.

Zu Beginn erläuterten sie, was Hospizarbeit überhaupt bedeutet. Dabei geht es darum, schwerkranke und sterbende Menschen sowie deren Angehörige zu begleiten und zu unterstützen. Ziel ist nicht die Heilung, sondern die bestmögliche Lebensqualität, Würde und menschliche Nähe in der letzten Lebensphase. Die Referentinnen berichteten, dass es in ihrer Arbeit vor allem darum geht, Zeit zu schenken, zuzuhören und Menschen in einer besonders herausfordernden Situation beizustehen.

In diesem Zusammenhang erklärte Frau Falter-Wilhelmy auch den Begriff „Palliativmedizin“. Das Wort stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „ummanteln“ oder „schützen“. Gemeint ist damit, schwerkranke Menschen wie mit einem schützenden Mantel zu umgeben, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist.

Besonders eindrucksvoll waren die Schilderungen aus der Praxis. Schwierige Situationen entstehen häufig dann, wenn innerhalb von Familien ungelöste Konflikte bestehen oder wichtige Gespräche vor dem Tod nicht mehr geführt werden können. Belastend kann die Arbeit zudem werden, wenn Helferinnen und Helfer persönliche Parallelen zu den Betroffenen erkennen. Dennoch erleben viele die Begleitungen als sinnstiftend und bereichernd, weil sie Menschen in einer besonders wichtigen Lebensphase unterstützen dürfen.

Zwar engagieren sich zahlreiche Helferinnen und Helfer ehrenamtlich und damit ohne Bezahlung, dennoch ist der Verein auf Mitgliedschaften und Spenden angewiesen. Viele Angebote können nur durch diese finanzielle Unterstützung ermöglicht werden. So erfuhren die Schülerinnen und Schüler, dass nach Möglichkeit auch besondere Wünsche von Sterbenden erfüllt werden – beispielsweise trotz Bettlägerigkeit noch einmal in einem Pool baden zu können.

Darüber hinaus bietet der Hospizverein Unterstützung für Angehörige in Form von Trauerbegleitungen an. Auch für Kinder und Jugendliche gibt es spezielle Angebote, die dabei helfen, den Verlust eines nahestehenden Menschen zu verarbeiten und sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.

Der Besuch machte deutlich, wie wichtig die Arbeit des Hospizvereins und der Palliativmedizin für unsere Gesellschaft ist. Viele Menschen verbinden das Thema ausschließlich mit Trauer und Tod. Tatsächlich geht es jedoch vor allem darum, Menschen auf ihrem letzten Lebensweg würdevoll zu begleiten und ihnen Unterstützung, Fürsorge und Menschlichkeit zu schenken.

Besonders beeindruckend war die Offenheit, mit der die beiden Besucherinnen über ihre Arbeit sprachen. Der Besuch hat den Blick der Schülerinnen und Schüler auf das Thema Sterben erweitert und neue Perspektiven eröffnet.

Als Dankeschön überreichten die Schülerinnen und Schüler Frau Falter-Wilhelmy und Frau Dr. Seppi ein kleines Präsent in Form hausgemachter Kekse, die am Vortag im Wahlkurs Kochen und Backen in der Schulküche hergestellt worden waren. Über diese liebevolle Aufmerksamkeit freuten sich beide sehr.

Nun hofft die Schulgemeinschaft, die beiden Referentinnen auch im kommenden Schuljahr wieder an der Staatlichen Wirtschaftsschule Deggendorf begrüßen zu dürfen, damit sie auch den zukünftigen 8. Klassen wertvolle Einblicke in ihre wichtige Arbeit geben können.

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