Einhergehend mit der zunehmenden Digitalisierung unserer Gesellschaft hat auch Cybermobbing stark zugenommen. Inzwischen ist es zu einem ernstzunehmenden gesellschaftlichen Problem geworden. Die Folgen für Betroffene sind oftmals verheerend. Mobbing ist eine Form von Gewalt und muss daher konsequent bekämpft werden. Dies kann durch Maßnahmen der Prävention sowie durch geeignete Interventionsmöglichkeiten in Bildungseinrichtungen, Betrieben und Unternehmen erreicht werden.
Der Verein „Bündnis gegen Cybermobbing“ wurde im Jahr 2011 in Karlsruhe gegründet und hat sich die Bekämpfung der Ursachen und Auswirkungen von Mobbing, Gewalt und Aggressionen im Internet zur Aufgabe gemacht. Der Verein besteht aus geschulten Ehrenamtlichen sowie einem Netzwerk engagierter Eltern, Pädagogen, Juristen, Ärzten, Psychologen, Wissenschaftlern, Polizisten und Unternehmern. Er unterstützt Schulen, Hochschulen, Vereine und Unternehmen bei der Präventionsarbeit.
Das Bündnis bezeichnet Mobbing als „stille Krise mit verheerenden Folgen“ und verweist auf eine repräsentative Studie aus dem Jahr 2025. Demnach seien in Deutschland insgesamt rund 19 Millionen Menschen von Mobbing und Cybermobbing betroffen.
Das Präventionsprogramm des Bündnisses gegen Cybermobbing wird von der AOK Bayern ideell und finanziell unterstützt. Die Krankenkasse engagiert sich in diesem Bereich, da zunehmend Menschen aufgrund von Mobbing und Cybermobbing psychisch erkranken.
Das Programm umfasst drei Module und richtet sich an folgende Zielgruppen:
- Schulung der Lehrkräfte an Berufsschulen
- Sensibilisierung der Berufsschülerinnen und Berufsschüler
- Aufklärung von Eltern und Betrieben über Cybermobbing
Die Schulung der Lehrkräfte an der Kaufmännischen Berufsschule Deggendorf fand am 14. April 2026 am Nachmittag statt.
Die Workshops für die Schülerinnen und Schüler wurden am darauffolgenden Tag, dem 15. April 2026, von 8:00 Uhr bis 15:45 Uhr durchgeführt. Teilgenommen haben die BVJ-Klasse (Berufsvorbereitungsjahr) sowie die Klasse EH 10 C (Einzelhandel).
Diese beiden Schulungen wurden von der Referentin Anja Schröder vom Bündnis gegen Cybermobbing durchgeführt.
Der Online-Vortrag fand am 21. April 2026 von 16:30 Uhr bis 18:00 Uhr statt. Die Schule stellte hierfür die Online-Plattform zur Verfügung, über die sich Eltern und Betriebe einloggen und teilnehmen konnten.
Die Online-Veranstaltung wurde von der Referentin Maya Heinrichsmeier vom Bündnis gegen Cybermobbing moderiert und durchgeführt.
Zudem erhielt die Berufsschule II einen Informationsordner mit umfangreichen Materialien für Lehrkräfte sowie für Berufsschülerinnen und Berufsschüler. Der Ordner und weitere Informationen können bei der Organisatorin des Projekts und Schulsozialpädagogin Tuba Ertugrul eingeholt werden.
Im Anschluss brachte OStRin Anke Sagstetter den Aushang „Dein Erste-Hilfe-Plan bei Cybermobbing“ in allen Unterrichts- und Klassenzimmern der Kaufmännischen Berufsschule an.
Ziel des Projekts sind die Aufklärung sowie die Entwicklung und Vermittlung digitaler Schutzstrategien. Darüber hinaus informiert das Projekt über Handlungsmöglichkeiten und Unterstützungsangebote. Weitere Bestandteile sind der Austausch und die Erarbeitung von Lösungsstrategien anhand von Fallbeispielen, die Sensibilisierung für Machtmissbrauch und Manipulation sowie die Aufklärung über rechtliche Grundlagen und Handlungsmöglichkeiten.
Das Projekt soll den Medienführerschein an unseren Schulen sinnvoll und praxisnah unterstützen, indem Medienkompetenz, Prävention und Handlungssicherheit im digitalen Alltag weiter vertieft werden. Auf diese Weise sollen alle Beteiligten für die Problematik sensibilisiert, die Präventionsarbeit gestärkt sowie klare Anlaufstellen und konkrete Hilfsangebote aufgezeigt werden.
Die Kaufmännische Berufsschule bedankt sich herzlich beim Bündnis gegen Cybermobbing für die hohe Kompetenz, das große Engagement und die Hilfsbereitschaft. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte zeigten sich von den Workshops begeistert und konnten viele wertvolle Informationen und Erkenntnisse mitnehmen.
Die Workshops und Vorträge sensibilisierten Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern und Betriebe für die Gefahren und Folgen von Cybermobbing.