An der Berufsschule I fand kürzlich eine Informationsveranstaltung mit dem Jugendoffizier, Hauptmann Klaus Schedlbauer, statt, bei der sich über 100 Schülerinnen und Schüler der kaufmännischen sowie der gewerblichen Berufsschule mit aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen auseinandersetzten. Im Mittelpunkt standen weltweite Risiken, die Rolle der Außenpolitik sowie die Frage, wie Europa künftig mit Krisen und Konflikten umgehen kann.
Zu Beginn der Veranstaltung wurde ein Überblick über die aktuellen globalen Entwicklungen gegeben. Der Jugendoffizier erklärte, dass die Welt derzeit von zahlreichen Unsicherheiten geprägt sei. Neben militärischen Konflikten spielten auch geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Abhängigkeiten sowie neue Formen der Bedrohung – etwa im Cyberraum – eine zunehmend wichtige Rolle. Diese Entwicklungen hätten direkte Auswirkungen auf die internationale Sicherheitslage und damit auch auf Europa.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Bedeutung der Außenpolitik. Staaten müssten heute stärker als früher strategisch handeln, Partnerschaften pflegen und ihre Interessen klar vertreten. Gleichzeitig wurde betont, dass Europa in Zukunft mehr Verantwortung für seine eigene Sicherheit übernehmen müsse. Zwar seien Bündnisse weiterhin wichtig, doch könne sich Europa nicht ausschließlich auf andere Partner verlassen. Stattdessen müsse die Zusammenarbeit innerhalb Europas weiter gestärkt werden.
In diesem Zusammenhang wurde auch das Thema Resilienz angesprochen. Resilienz bedeutet, dass eine Gesellschaft in der Lage ist, Krisen zu bewältigen und sich schnell von ihnen zu erholen. Dabei geht es nicht nur um militärische Fähigkeiten. Ebenso wichtig sind funktionierende staatliche Strukturen, eine stabile Wirtschaft, verlässliche Infrastruktur sowie ein gut organisierter Zivilschutz.
Der Jugendoffizier machte deutlich, dass Sicherheitspolitik daher nicht allein auf militärische Aufrüstung reduziert werden dürfe. Neben der Stärkung der Streitkräfte sei auch der Ausbau ziviler Schutzmaßnahmen entscheidend. Dazu gehören beispielsweise Katastrophenschutz, Krisenvorsorge und der Schutz kritischer Infrastruktur.
Zum Abschluss der Veranstaltung wurde den Schülerinnen und Schülern eine zentrale Botschaft mitgegeben: Gesellschaften und Staaten haben die Möglichkeit, Entwicklungen aktiv zu gestalten. Politische Entscheidungen, internationale Zusammenarbeit und gesellschaftliches Engagement können Einfluss darauf nehmen, wie sich die Welt künftig entwickelt. Wenn diese Gestaltungsmöglichkeiten jedoch nicht genutzt werden, bestimmen andere Akteure die Richtung.
Die Veranstaltung bot den Schülerinnen und Schülern somit einen Einblick in aktuelle sicherheitspolitische Fragen und zeigte zugleich, welche Rolle Europa und seine Bürgerinnen und Bürger in einer sich wandelnden Welt spielen können.